Programm Kongress 2020

Der Kongress ist zweisprachig: Die Vorträge/Workshops werden auf Deutsch oder Französisch gehalten und simultan in die andere Sprache übersetzt.

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ab 08.30  Empfang der Gäste


09.30  Grussworte

  • Franz Stämpfli, Präsident SNV
  • Erich Fehr, Stadtpräsident Biel
  • Martin Dumermuth, Direktor Bundesamt für Justiz

10.00  Vorträge I:

Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 30. Januar 2019 das Bundesgesetz über die Erstellung elektronischer öffentlicher Urkunden und elektronischer Beglaubigungen (EÖBG) in die Vernehmlassung geschickt. Gemäss Vorentwurf soll das Original einer Urkunde künftig zwingend in elektronischer Form zu erstellen sein. Gleichzeitig soll ein nationales Register für die elektronischen öffentlichen Urkunden geschaffen werden. Nach dem Ablauf der Vernehmlassungsfrist am 8. Mai 2019 und der Auswertung der eingegangenen Stellungnahmen folgt nun die Ausarbeitung einer Botschaft.

Anja Risch
MLaw, Notarin, stv. Chefin EGBA
Anja Risch studierte Rechtswissenschaften an den Universitäten Freiburg i. Ue. und Bern und hat anschliessend das Notariatspatent des Kantons Bern erworben. Seit 2018 ist sie stellvertretende Vorsteherin des Eidgenössischen Amts für Grundbuch- und Bodenrecht EGBA im Bundesamt für Justiz BJ.

Urs Paul Holenstein
lic. iur., Chef Fachbereich Rechtsinformatik des Direktionsbereichs Zentrale Dienste
Anfangs 1992 trat Urs Paul Holenstein in die Bundesverwaltung ein. Nach verschiedenen Tätigkeiten im GS EJPD als wissenschaftlicher Adjunkt und bei der Bundeskanzlei (Leiter der Koordinationsstelle für die elektronische Publikation von Rechtsdaten Copiur und Mitglied der Direktion E-Government-Projekte der BK) fungiert er aktuell als Leiter des Fachbereichs Rechtsinformatik des Bundesamtes für Justiz BJ. Er ist zuständig für verschiedene Gesetzgebungsprojekte mit IT-Bezug wie das Bundesgesetz über die elektronische Signatur, die Regelung des elektronischen Rechtsverkehrs mit Gerichten und Behörden oder das Bundesgesetz über elektronische Identifizierungsdienste (E ID Gesetz). Der Fachbereich Rechtsinformatik führt auch verschiedene Informatikprojekte des BJ im Bereich Grundbuch, Strafregister, Zivilstandswesen oder eSchKG.

Seit den 2000er-Jahren haben sich die französischen Notare mit der Infrastruktur und den Tools ausgestattet, die ihnen eine erfolgreiche Digitalisierung ermöglichen. Die elektronische öffentliche Urkunde ist zur Norm geworden, 90 % der Urkunden werden in dieser Form ausgefertigt. Das Minutier Central des Notaires de France, das seit 75 Jahren das Archiv für solche Urkunden ist, ist nicht nur ein technisches Instrument, sondern vor allem ein technologisches und organisatorisches System, das sich weiterentwickeln muss, um die Lesbarkeit und Verwendbarkeit der Urkunden dauerhaft zu gewährleisten und dabei die Echtheit zu sichern. Auf diese Weise werden sowohl technologische Fortschritte wie BlockChain als auch gesellschaftliche Entwicklungen berücksichtigt, indem zum Beispiel die virtuelle Präsenz des Mandanten bei seinem Notar vorgesehen wird.

François-Xavier Bary
Stellvertretender Generaldirektor der Groupe ADSN (Activités et Développement au Service du Notariat), Direktor der Vereinigung des Réseau Européen des Registres Testamentaires (ARERT)

François-Xavier BARY startet seine berufliche Laufbahn als Partner einer auf Notariate spezialisierten Softwarefirma. Er entwickelt auf der Grundlage eines Multiagenten-Systems und einer Inferenzmaschine das erste System für die computergestützte Erstellung von Urkunden, um Notare bei der Abfassung von Beurkundungen zu unterstützen.
Der Entscheid über die technologische Lösung für die Erstellung der Anwendung Télé@ctes geht auf seine Mitwirkung in Arbeitsgruppen über den Notarberuf in den 2000er-Jahren zurück. Nach dem Verkauf des Unternehmens, bei dem er Partner war, wird er vom Notariat  beauftragt, die Projekte des Berufsstandes zu verwalten. Er leitet insbesondere die operative Umsetzung von Télé@ctes und der elektronischen öffentlichen Urkunde sowie des Archivs, des Minutier Central Électronique des Notaires de France (MICEN).
Nachdem er von 2013 bis 2017 die Real.not präsidiert hatte, die zur Groupe ADSN gehört und mit Informatikprojekten des Berufsstandes betraut ist, wird er stellvertretender Geschäftsführer der Groupe ADSN, wobei er für Partnerschaften, Europa und Internationales zuständig ist. Ausserdem ist er Direktor der Vereinigung des Réseau Européen des Registres Testamentaires / European Network of Registers of Wills Association (www.arert.eu).


11.15  Kaffeepause


11.35  Vorträge II:

Nachlässe umfassen häufig auch Zugangsdaten zu Online-Accounts. Ohne Vorkehrungen des Erblassers stellen diese die Angehörigen vor grosse Herausforderungen: Fehlende Passwörter, unbekannte Online-Abos, Dienste mit Sitz im Ausland, ein nicht dokumentierter Wille des Erblassers oder Uneinigkeit der Angehörigen betreffend Umgang mit den Online-Accounts können zu Streitigkeiten, Kosten und Verzögerungen führen. Um solchen Schwierigkeiten vorzubeugen, zeigt dieser Beitrag konkrete Instrumente und Massnahmen auf, welche einen reibungslosen Umgang mit Online-Accounts im Todesfall sicherstellen können.

Prof. Dr. iur. Daniel Hürlimann
Daniel Hürlimann studierte Rechtswissenschaften an der Universität Bern und absolvierte die Richterakademie an der Universität Luzern.

Heute ist er Assistenzprofessor für Informationsrecht an der Universität St.Gallen, Gründer und Herausgeber der juristischen Fachzeitschrift sui generis (sui-generis.ch) sowie Vorstandsmitglied des Vereins eJustice.CH. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Informationsrecht und im Gesundheitsrecht, je mit Fokus auf den menschenrechtlichen Grundlagen. Sämtliche Publikationen von Daniel Hürlimann sind unter der folgenden Adresse frei zugänglich: fir.sg/dh.

Dr. iur. Silvio Hänsenberger
Rechtsanwalt und M.A. HSG in law and economics
Silvio Hänsenberger studierte Rechtswissenschaften mit Wirtschaftswissenschaften an der Universität St. Gallen (HSG). Dort arbeitete er anschliessend für den Profilbereich Unternehmen – Recht, Innovation und Risiko. Heute ist er in einer St. Galler Anwaltskanzlei und als Lehrbeauftragter tätig. Seine Promotion zum Dr. iur. schloss er 2018 an der Universität St. Gallen ab.
Silvio Hänsenberger ist Experte für Technikrecht. Er berät und forscht zu den rechtlichen Folgen im Zusammenhang mit neuen Technologien. Seine Tätigkeitsschwerpunkte liegen unter anderem im Bereich des Haftpflichtrechts, Arbeitsrechts, Datenschutzrechts, Luftrechts und des Gesellschaftsrechts.

Der Begriff Blockchain steht für einen technologischen Durchbruch auf dem Gebiet digitaler Währungen. Das Konzept hinter diesem Begriff ist allerdings nicht einfach zu verstehen. Eine Blockchain ist eine Datenstruktur, die in kryptografischen Protokollen eingesetzt wird, um Sicherheit gegen bestimmte Angriffe zu gewährleisten. Ihr Sinn erschließt sich nur dann, wenn man diese Angriffe durchdacht hat.

Wir werden deshalb den Aufbau eines Blockchain-basierten Protokolls von Grund auf nachvollziehen. Ausgehend von einem Protokoll, das jeder kennt, der schon einmal E-Banking benutzt hat, werden Schritt für Schritt Probleme aufgezeigt und gelöst und dabei neue Protokolle entwickelt – bis hin zu einer Blockchain.

Prof. Dr Kai Brünnler
Professor für Informatik, Berner Fachhochschule

Kai Brünnler promovierte an der TU Dresden und habilitierte sich an der Universität Bern im Bereich Theoretische Informatik und Logik. Nach vier Jahren Beratungstätigkeit im Bereich IT-Sicherheit lehrt und forscht er nun an der Berner Fachhochschule. Besonders interessieren ihn die Themen Formale Methoden, Angewandte Kryptografie und Kryptowährungen.


13.00  Mittagessen


14.15–15.00  Workshops I

Aufbauend auf den Vortrag vom Vormittag, bei dem die Grundsätze zum digitalen Nachlass erläutert wurden, werden die Inhalte an konkreten Praxisbeispielen vertieft.

Prof. Dr. iur. Daniel Hürlimann
Daniel Hürlimann studierte Rechtswissenschaften an der Universität Bern und absolvierte die Richterakademie an der Universität Luzern.

Heute ist er Assistenzprofessor für Informationsrecht an der Universität St.Gallen, Gründer und Herausgeber der juristischen Fachzeitschrift sui generis (sui-generis.ch) sowie Vorstandsmitglied des Vereins eJustice.CH. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Informationsrecht und im Gesundheitsrecht, je mit Fokus auf den menschenrechtlichen Grundlagen. Sämtliche Publikationen von Daniel Hürlimann sind unter der folgenden Adresse frei zugänglich: fir.sg/dh.

Dr. iur. Silvio Hänsenberger
Rechtsanwalt und M.A. HSG in law and economics
Silvio Hänsenberger studierte Rechtswissenschaften mit Wirtschaftswissenschaften an der Universität St. Gallen (HSG). Dort arbeitete er anschliessend für den Profilbereich Unternehmen – Recht, Innovation und Risiko. Heute ist er in einer St. Galler Anwaltskanzlei und als Lehrbeauftragter tätig. Seine Promotion zum Dr. iur. schloss er 2018 an der Universität St. Gallen ab.
Silvio Hänsenberger ist Experte für Technikrecht. Er berät und forscht zu den rechtlichen Folgen im Zusammenhang mit neuen Technologien. Seine Tätigkeitsschwerpunkte liegen unter anderem im Bereich des Haftpflichtrechts, Arbeitsrechts, Datenschutzrechts, Luftrechts und des Gesellschaftsrechts.

Am 27. September 2019 hat die Bundesversammlung das Bundesgesetz über elektronische Identifizierungsdienste (E ID-Gesetz, BGEID) verabschiedet. Im Referat werden die Grundzüge des E ID-Gesetzes (insbesondere die Rollenverteilung zwischen Staat und Privatwirtschaft) vorgestellt und die nächsten Schritte erläutert (Ablauf Referendumsfrist, Vernehmlassung zum Entwurf der Ausführungsbestimmungen, Schaffung der Eidgenössischen E ID-Kommission, Inkrafttreten). Ausstellungsprozess und Einsatz der E ID werden im Workshop anhand des speziell für dieses Gesetzgebungsverfahren entwickelten E ID-Demonstrators live präsentiert.

Urs Paul Holenstein
lic. iur., Chef Fachbereich Rechtsinformatik des Direktionsbereichs Zentrale Dienste
Anfangs 1992 trat Urs Paul Holenstein in die Bundesverwaltung ein. Nach verschiedenen Tätigkeiten im GS EJPD als wissenschaftlicher Adjunkt und bei der Bundeskanzlei (Leiter der Koordinationsstelle für die elektronische Publikation von Rechtsdaten Copiur und Mitglied der Direktion E-Government-Projekte der BK) fungiert er aktuell als Leiter des Fachbereichs Rechtsinformatik des Bundesamtes für Justiz BJ. Er ist zuständig für verschiedene Gesetzgebungsprojekte mit IT-Bezug wie das Bundesgesetz über die elektronische Signatur, die Regelung des elektronischen Rechtsverkehrs mit Gerichten und Behörden oder das Bundesgesetz über elektronische Identifizierungsdienste (E ID Gesetz). Der Fachbereich Rechtsinformatik führt auch verschiedene Informatikprojekte des BJ im Bereich Grundbuch, Strafregister, Zivilstandswesen oder eSchKG.

Im Workshop betrachten wir gemeinsam, welche Schritte bei der Umsetzung des elektronischen Notariats konkret nötig und sinnvoll sind. Dabei sprechen wir von elektronischen Signaturen und Hashwerten ebenso wie von rechtlichen Grundlagen des elektronischen Notariats. Wir machen uns auch Gedanken über den Eigensinn des Digitalen und darüber, wie sich dieser im Notariat manifestiert.

Claudia Schreiber
Dipl. Ing. ETH, lic. en droit, Rechtsanwältin

Claudia Schreiber studierte zunächst Agronomie an der ETH Zürich. Berufsbegleitend studierte sie in der Folge Rechtswissenschaften an der Universität Neuenburg und ist seit 2009 als Rechtanwältin in Bern tätig. Seit 2007 ist sie zudem als Geschäftsführerin und Projektleiterin in den Bereichen Records Management und (elektronische) Archivierung tätig (Docarit GmbH).
Claudia Schreiber betreut den 2014 vom Bernischen Anwaltsverband (BAV) und dem Verband bernischer Notare (VbN) gegründeten Support elektronische Kanzlei (SEK). In dieser Funktion unterstützt sie Rechtsanwält/innen und Notar/innen bei der Umsetzung der elektronischen Kanzlei und bei Fragen zur digitalen Forensik.
Ihr Wissen vermittelt Claudia Schreiber im Rahmen von Workshops und Vorträgen. Claudia Schreiber ist auch als Expertin in Fachgruppen von Justitia 4.0 aktiv.

Wie speichert man Daten in der Blockchain? Philip Hanke zeigt, wie man mit nur wenigen Klicks den Fingerabdruck eines Dokuments in der Blockchain abspeichert, um eindeutig sowie unfälschbar nachzuweisen, dass dieses Dokument in exakt dieser Form zu einem gewissen Zeitpunkt existiert hat. Des Weiteren zeigt er, was Tokens sind, wie man sie emittiert und transferiert.

Mag. Dr., LL.M. Philip Hanke
Verlagsleiter Weblaw
Philip Hanke hat den Blockchaindienst Weblaw Memory entwickelt und ist Verlagsleiter bei der Weblaw AG. Er hat VWL und Politikwissenschaft an der Universität Wien studiert. In weiterer Folge hat er sich auf die ökonomische Analyse des Rechts spezialisiert und das European Master Programme in Law and Economics (Erasmus-Universität Rotterdam, Universitäten Bologna und Haifa), das European Doctorate in Law and Economics (Bologna, Hamburg, Rotterdam) und den Bachelor of Laws an der University of London absolviert. Danach hat er am Institut für Öffentliches Recht der Universität Bern als Postdoc interdisziplinär zum Thema Migration und Mobilität geforscht.
Besonders interessieren ihn die Digitalisierung und der Einsatz von neuen Technologien. So unterrichtet er etwa «Legal Tech» an mehreren Schweizer Hochschulen und gibt in seinen Kursen Einblicke in die Themen Programmierung, Machine Learning und Blockchain. Abgesehen von seinem akademischen Werdegang hat er für das Österreichische Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO) sowie für Politikberatungsunternehmen und den Schweizerischen Wissenschaftsrat gearbeitet.


15.15–16.00  Workshops II

Franz Kummer zeigt am Workshop in einer Liveumgebung, wie (zukünftig) die Arbeit eines Notariats unterstützt werden kann. Der Fokus geht weg von der einzelnen Urkunde hin zum Prozess bzw. zum Geschäft. Dieses wird als Einheit verstanden und mit Hilfe der Automatisierungslösung DocEngine abgebildet. Das Ziel ist ein möglichst effektives und medienbruchfreies Arbeiten für alle Involvierten (Kunden, Notariat, Drittparteien, Ämter etc.).

Franz Kummer
lic. iur., CEO Weblaw
Franz Kummer studierte Rechtswissenschaften an der Universität Bern (lic.iur. 1997). Während mehrerer Jahre war er als Assistent von Prof. Wolfgang Wiegand am Zivilistischen Seminar der Universität Bern tätig. Im Rahmen diverser Lehrtätigkeiten ist Franz Kummer seit 2002 insbesondere auch Lehrbeauftragter für Informatik und Recht an der Universität Bern. Seine Themenschwerpunkte liegen im Bereich Rechtsinformatik/LegalTech. Eine Publikationsliste und weitere Informationen sind hier zu finden: weblaw.ch/franzkummer.
Er ist langjähriger Herausgeber der Zeitschriften Jusletter und Jusletter IT sowie der IRIS-Tagungsbände. Dadurch konnte er sich eine Grundlage für seine zahlreichen Tätigkeiten erarbeiten, unter anderem als Unternehmer, Lösungs-Architekt, Jurist und als auf online-Publikationen spezialisierter Verleger. Zu den neusten Projekten gehören eine Web-Plattform zur Document Automation (docengine.ch) sowie eine jur. Arbeitsumgebung als Outsourcinglösung für Kanzleien (lawdesk.ch).
Franz Kummer ist Gründer, Mitinhaber und CEO der Weblaw AG. Die Weblaw AG wurde 1999 gegründet, das Unternehmen beschäftigt sich seit Anbeginn mit LegalTech.

Das Zentrale Testamentenregister (ZTR) ist auch als Webapplikation verfügbar: damit kann der Nutzende seine Registrierungs-, Mutations- und Löschungs- sowie Nachforschungsaufträge direkt im eZTR erfassen und an das Register übermitteln. Gleichzeitig kann er dort seine bereits beim ZTR registrierten Verfügungen sowie Aufträge und Rechnungen jederzeit einsehen und ausdrucken. Im Rahmen des Workshops geht Pit Meyer mit einer Live-Demonstration auf diese Anwendungsmöglichkeiten und die damit verbundenen Vorteile des eZTR näher ein.

Pit Meyer
Eidg. Dipl. Marketingplaner, Geschäftsführer ZTR
Nach einer Ausbildung an der Hotelfachschule und am SAWI war Pit Meyer über 20 Jahre als Ressortleiter Marketing und Publikationen sowie als Mitglied der Geschäftsführung beim Schweizer Alpen-Club SAC tätig. Berufsbegleitend studierte er an der Uni Fribourg und absolvierte das CAS Change-und Innovationmanager an der Berner Fachhochschule. Beim SAC gehörten die Einführung der neuen Vereins- und Finanzsoftware Navision und die Erarbeitung und Umsetzung der Digitalstrategie SAC+ zu seinen Hauptaufgaben. Ab November 2019 ist Pit Meyer Geschäftsführer des Zentralen Testamentenregisters (ZTR).

Mit innovativem Pioniergeist treibt SIX seit 10 Jahren die Digitalisierung im Hypothekar-, Grundbuch- und folglich im Notariatswesen voran. Damit soll Nutzen sowohl für die involvierten Anspruchsgruppen als auch für die Grundeigentümer gestiftet werden. Ein Einblick hinter die Kulissen von Terravis zeigt die erzielten Erfolge wie auch die aktuellen Herausforderungen.

In unserem Workshop informieren wir die Kongressteilnehmer über den Stand und die Weiterentwicklungen der digitalen Plattform Terravis, wobei die notariellen Funktionen im Fokus stehen. Schliesslich wagen wir einen Blick in die fernere Zukunft und zeigen auf, wohin die Reise aus unserer Sicht hingehen wird.

Werner Möckli
eidg. dipl. Bankfachexperte, Geschäftsführer SIX Terravis AG
Werner Möckli war über 20 Jahre bei Raiffeisen, einer Grossbank und einer Kantonalbank sowie bei einer Bank in den USA tätig. Seit 10 Jahren ist er bei SIX unter Vertrag und dort Innovator von Terravis, einer Auskunfts- und Übermittlungsplattform, und Nominee, dem Trauhandverhältnis am Registerschuldbrief. Er war bzw. ist massgeblich an deren Aufbau, Betrieb und Ausbau beteiligt.

Walter Berli
Eidg. Dipl Wirtschaftsinformatiker, Stv Geschäftsführer SIX Terravis AG, Projektleiter Terravis und SIX Nominee

Walter Berli war über viele Jahre in einem grossen Schweizer Finanzinstitut verantwortlich für kritische und internationale Projekte. Seit 10 Jahren ist er bei SIX unter Vertrag und dort massgeblich an Aufbau, Betrieb und Ausbau von Terravis, einer Auskunfts- und Übermittlungsplattform, und Nominee, dem Trauhandverhältnis am Registerschuldbrief beteiligt.

Mit der Distributed-Ledger-Technologie kann das Funktionieren der Finanzmärkte verbessert werden. Indem sie es Unternehmen ermöglicht, Wertpapiere direkt bei den Investoren zu platzieren – ohne dafür die üblichen mit der Börsenkotierung verbundenen Verfahren einhalten zu müssen –, schafft sie neue Finanzierungsmöglichkeiten für Unternehmen und kann so den Zugang zum Kapitalmarkt demokratisieren. Obwohl die Schweizer Börsen die Kotierung von Token-Wertpapieren derzeit nicht erlauben, gestattet die schweizerische Finanzmarktinfrastrukturgesetzgebung Banken und Effektenhändlern den Betrieb von Handelsplattformen für solche Instrumente.

Dr. Jacques Iffland
Dr. iur., Rechtsanwalt (Lenz & Staehelin)
Jacques Iffland absolvierte sein Studium an der Universität Lausanne, wo er 1994 mit einer Arbeit über die strafrechtliche Bekämpfung der Kursmanipulation in der Schweiz promovierte. Von 1997 bis 2000 war er Rechtskonsulent bei der schweizerischen Börsenaufsicht in Genf und anschliessend bei der Übernahmekommission in Zürich. 2001 trat er bei der Kanzlei Lenz & Staehelin ein, wo er 2007 Partner wurde.
Jacques Iffland ist Spezialist für Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht. Er ist berechtigt, Emittenten an der SIX Swiss Exchange zu vertreten, und ist Mitglied der Beschwerdekommission der SIX Swiss Exchange.
Seit 2018 führt Jacques Iffland den Vorsitz der Capital Markets and Technology Association (CMTA), einer Vereinigung mit Sitz in Genf, deren Ziel es ist, die Nutzung neuer Technologien an den Kapitalmärkten zu erleichtern.


16.00  Kaffeepause


16.30  Keynote

In Zeiten des digitalen Wandels wird (nicht nur) von Notaren viel verlangt: Sie sollen selbstverantwortlich sein, die richtige Balance zwischen Stabilität und Agilität finden – und ihren Mitarbeitern mit Engagement begegnen. Wenn bisherige Arbeitsprozesse plötzlich «alt» aussehen – und «das Neue» als «Muss» erscheint, braucht es für einen effizienten Workflow jenseits angemessener fachlicher Skills vor allem eins: Lust auf Zukunft. Dieser Vortrag stellt auf Basis der philosophischen Lebenskunst («techné tou biou») sowie der Argumentationslogik Praktiken zur Selbstführung und zum Erwerb einer aktiven Haltung («ethos») vor und zeigt, wie man aus Spaß am Lernen und Experimentieren das Fundament eines erfolgreichen gelungenen (Arbeits-)Lebens gewinnt.

Rebekka Reinhard
Philosophin und Buchautorin
Dr. Rebekka Reinhard studierte in München, Venedig und Berlin. 2001 promovierte sie über amerikanische und französische Gegenwartsphilosophie (summa cum laude) an der Freien Universität Berlin. Seit 2005 ist sie international als Speakerin und Beraterin für Führungskräfte unterwegs. Sie berät Führungskräfte von Unternehmen unterschiedlichster Branchen zu den Themen Selbstführung, Ethik, digitaler Wandel u. a. Von 2005 bis 2013 arbeitete sie daneben ehrenamtlich mit stationären Patienten des Klinikums für Psychiatrie und Psychotherapie der Ludwig-Maximilians-Universität München sowie mit stationären Patienten der Onkologie. Seit 2019 ist sie zudem stellvertretende Chefredakteurin der Philosophie-Zeitschrift HOHE LUFT.
Reinhard ist SPIEGEL-Bestseller-Autorin mehrerer Sachbücher. (u.a. „Die Sinn-Diät“, „Odysseus oder die Kunst des Irrens“ und „Würde Platon Prada tragen?“). Zuletzt veröffentlichte sie ihren sechsten Buchtitel „Kleine Philosophie der Macht (nur für Frauen)“ und „Nachdenkzeit 2018: 365 philosophische Denkanstöße“.


17.15  Schlusswort, Diskussion mit anschliessendem Apéro dinatoire